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Mobilität

Auf den Gipfel der Absurdität: Der Mount Everest und seine Besteiger

Jährlich zieht es Tausende von Abenteurern in Höhenlagen, in der Hoffnung, den Mount Everest zu bezwingen. Doch was treibt sie wirklich an, trotz der Unannehmlichkeiten und Gefahren?

Laura Becker15. Juni 20263 Min. Lesezeit

In der schroffen, frostigen Umarmung des Himalaya thront der Mount Everest, der mit seinen 8.848 Metern als höchster Punkt der Erde gilt. Jedes Jahr pilgern tausende von Menschen zu seinen Füßen, angelockt von der Idee des Abenteuerlebens und dem berauschenden Gefühl, auf dem Dach der Welt zu stehen. Doch hinter diesem glanzvollen Traum lauern weniger romantische Realitäten: Staus, Fäkalien und nicht zuletzt die ständige Lebensgefahr. Warum setzen sich Menschen diesen Widrigkeiten aus? Hier sind einige Überlegungen.

1. ### Der Traum vom Abenteuer

Der Aufstieg auf den Everest ist für viele eine Art Initiation in die Welt des Extremsports. Es ist eine Möglichkeit, gegen die Grenzen des eigenen Körpers zu kämpfen und sich der Natur zu behaupten. Die Aussicht, ein unvergessliches Erlebnis zu haben und Geschichten zu erzählen, die mit „Ich war einmal auf dem höchsten Gipfel der Welt“ beginnen, zieht viele an. Ob diese Abenteuerlust nicht auch ein verschrobener Masochismus ist, bleibt der Fantasie überlassen.

2. ### Die romantische Vorstellung von Natur

Für viele Bergsteiger ist die Natur nicht nur Kulisse, sondern ein lebendiger Charakter im Spiel der Besteigung. Aspen und Zerknittertes, schneebedeckte Gipfel und gletschernde Weiten – all dies wird romantisiert und zum Inbegriff des menschlichen Strebens nach Freiheit. Doch vergessen wir nicht, dass „schön“ und „tödlich“ oft näher beieinanderliegen, als es der Mensch gerne hätte.

3. ### Die Staus: Ein modernes Phänomen

Stau ist ein Phänomen, das normalerweise mit dem urbanen Verkehr assoziiert wird. Doch was passiert, wenn sich gleich Hunderte von Bergsteigern auf dem schmalen Grat des Everest drängen? Der Ansturm in der Hauptsaison führt zu stundenlangen Wartezeiten, während die Kälte gnadenlos auf die Unerschütterlichen einprasselt. Der Gipfelaufstieg wird so zu einem absurden Wettlauf gegen die Zeit – und gegen die Zeit selbst.

4. ### Fäkalien als ständiger Begleiter

Ein weniger charmantes, aber nicht zu ignorierendes Problem sind die menschlichen Überreste, die im Himalaya zurückgelassen werden. Toilette? Fehlanzeige. Bei Tausenden von Besteigern sind die Berge der Exkremente inzwischen ein ernsthaftes Umweltproblem, das die Schönheit der Natur trübt und die Gesundheit der Bergsteiger gefährdet. Die Ironie der Lage könnte kaum größer sein: Um die „Reinheit“ der Natur auf dem höchsten Berg der Welt zu erleben, hinterlassen wir unseren „Fußabdruck“.

5. ### Die Lebensgefahr: Ein ständiger Begleiter

Der Everest ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein gefährlicher Ort. Lawinen, Gletscherabbrüche und die Höhenkrankheit sind ständige Bedrohungen für die Bergsteiger. Doch trotz der akuten Lebensgefahr haben viele ein eigenartiges Bedürfnis, sich diesen Gefahren zu stellen. Möglicherweise ist es der Mensch, der immer wieder die eigene Sterblichkeit testen muss - ein gewagtes Spiel mit dem Schicksal.

6. ### Die soziale Valorisierung von Erfolgen

Der Aufstieg auf den Everest ist für viele nicht nur eine persönliche Herausforderung, sondern auch ein Statussymbol. Auf Social Media wird der Gipfelsturm schnell zu einer Art Medaille, die das eigene Selbstbild aufpeppt. Die Vorstellung, das eigene „Abenteuer“ auszustellen und den „Like“-Zähler in die Höhe zu treiben, ist vielleicht ein treibender Faktor, der die Menschen in die Kälte treibt und sie an die Grenzen ihrer körperlichen Belastbarkeit bringt.

7. ### Ein unverhofftes Comeback der menschlichen Absurdität

Am Ende des Tages ist der Everest eine Bühne für das Absurde. Der Mensch kämpft gegen die Elemente, gegen sich selbst und gegen die Regeln der Vernunft. Vielleicht ist es genau dies, was uns anzieht: das Streben nach dem Unmöglichen, das Verlangen, das Unbekannte zu erobern, und das Spiel mit dem eigenen Dasein. Wer weiß, welche Geschichten der nächste Bergsteiger mitbringen wird?

Es stellt sich also die Frage: Ist der Everest ein Ort des Traums oder des Wahnsinns? Inmitten der Staus, der Fäkalien und der Lebensgefahr blüht die Absurdität der menschlichen Natur auf, und vielleicht ist das die größte Anziehungskraft von allen.

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